Freiwillige Feuerwehr Rottendorf 

 

  

Zur Geschichte

 

Als gegen Kriegsende 1945 das Schulhaus durch Kriegseinwirkung in Brand geraten war, wurden viele Akten und Unterlagen vernichtet, darunter die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Rottendorf. Darum kann nur mit viel Mühe und sicher unvollständig das aufgezeigt werden, was seit den früheren 90er Jahren des 19. Jahrhunderts an Vereinshöhepunkten zu vermelden war. Erst ab der Neugründung der Freiwilligen Feuerwehr Rottendorf am 06. Dezember 1965 sind alle wichtigen Ereignisse und Namen in Wort und Bild festgehalten.

 


 

Etwa ab 1850 war das Feuerlöschwesen noch eine Aufgabe der gesamten Bürgerschaft. Die meist enge Bauweise der Gebäude, die Bedachungen mit Stroh, Ries oder Schindeln begünstigten das Entstehen riesiger, oft verheerender Feuersbrünste. Zwar hatte man erkannt, dass man eine bessere Gegenwehr brauchte, doch das Feuerwehrwesen war nur allmählich im Aufbau, die Löschgeräte noch im Entwicklungsstadium und der Leitspruch der Feuerwehr "Einer für alle, alle für einen" wohl noch nicht so weit gediehen, als dass sich ein Feuerwehrverein gründete. Im Gegenteil: Oft stieß ein solches Vorhaben auf viel Gegenwehr in der Bevölkerung des Ortes. Auf Anraten des Königlichen Bezirksamtes Nabburg wurde einer Gründung nach- geholfen; und schließlich setzte sich bald die Erkenntnis durch, dass ein Feuerwehrverein für alle ein Nutzen sei. Aus alten Schriften erfährt man von einer Gründung der Freiwilligen Feuerwehr am 01. August 1875. Erster Vorstand wurde der Bader Josef Weikmann.

Warum und aus welchem Grund eine Neugründung am 15. August 1878 erfolgte bleibt unbekannt. Es gab eine Wahl, mit der die Aufsichtsbehörde nicht einverstanden war, denn mit Schreiben vom 14. Oktober 1878 ordnete das Kgl. Bezirksamt Nabburg Neuwahlen an. Zu einem Großbrand nach Trisching wurden die Wehrmänner im Jahre 1879 gerufen. Die folgenden Jahre waren durch Fleiß, Freude und Engagement der "Feuerwehrler" gekennzeichnet. Die Feuerwehr wurde noch öfter zu Bränden gerufen, so dass eine Spritze angeschafft  und die übrige Ausrüstung dementsprechend verbessert wurde. Der Bau des ersten Spritzenhauses fällt auch in diese Zeit. 

 

Während der Kriegsjahre 1914 bis 1918 und 1939 bis 1935 war es nur mit Mühe möglich, eine komplette Löschmannschaft zu bilden und mancher ehemaliger Feuerwehrmann musste wieder aktiv werden.

 

Anfang der 50er Jahre erhöhte sich die Schlagkraft der Feuerwehr der Wehr erheblich. 1951 wurde eine Motorspritze TS 6/6 angekauft, 1953 dazu ein Hänger. Mit dem gleichzeitigen Ausbau der Verbindungsstraßen und dem Einsatz von Schleppern war die Feuerwehr nun viel beweglicher und konnte bei Bränden die Ortschaften, die zum Gemeindebereich gehörten, viel schneller erreichen. Dies wurde erstmals 1957 nötig, als innerhalb eines Vierteljahres die Scheune am Berghof ein Raub der Flammen wurde.

 

Bei einem Brand in Rottendorf, bei dem nur die Neben- und Nachbargebäude vor Feuer geschützt werden konnte, wurde der Ruf nach einer besseren Ausrüstung und einer grundlegenden Ausbildung der Feuerwehrmänner immer lauter. Eine Versammlung im Dezember 1965 brachte eine Art "zweite Geburtsstunde" für die Feuerwehr hervor. Mit damaliger Unterstützung des Kreisbrandinspektors Toni Gietl und dessen Stellvertreter Karl Böhm wurde eine neue Vorstandschaft gewählt und neue Ziele gesetzt:

 

  • Aufbau einer schlagkräftigen Wehr durch Verbesserung der Ausbildung und Ausrüstung

  • Stärkung der Kameradschaft im Verein und Mitgestaltung des Dorflebens

  • Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses und Ankauf einer Vereinsfahne und deren Weihe in größerem Rahmen

 

Das alte Feuerwehrhaus am Ortseingang von Rottendorf (heute Zum Kalvarienberg) 1966. Das Frontbild wurde von Ilse  Pröls künstlerisch gestaltet.

 

 

Das Jahr 1966 wurde erster Höhepunkt in der Geschichte der FFW Rottendorf. Mit viel Optimismus und Engagement sowie mit großer Eigenleistung wurde das Gerätehaus unter der Leitung des damaligen Kommandanten Michael Bischof errichtet. Im gleichen Jahr fand eine Fahnenweihe statt, zu der zahlreiche Gäste aus Nah und Fern erschienen.

 

Ein lang ersehnter Wunsch ging 1968 in Erfüllung. Die damals noch eigenständige Gemeinde kaufte ein neues Feuerwehrauto der Marke Ford-Ziegler / TSF und eine Tragkraftspritze TS 8/8. Am 31.01.1971 verstarb Bürgermeister Peter Pröls, der ein großer Gönner der Feuerwehr war uns sie in ihren Anfangsjahren nach der Neugründung stets nach Kräften unterstützt hatte. Bei der am 04. April 1971 statt gefundenen Bürgermeisterwahl wurde Erster Kommandant Michael Bischof zum Oberhaupt der Gemeinde Rottendorf gewählt.

Michael Bischof wurde 1975 zum ersten Vorsitzenden gewählt. Es begannen die Vorbereitungen für das 100jährige Gründungsjubiläum im Jahre 1976. Dieses Fest, das von 02.- bis 05. 07.1976 abgehalten wurde, war der bisherige Höhepunkt der Vereinsgeschichte. Mit dem Ministerpräsidenten von Bayern, Dr. Alfons Goppel, konnte der höchste Repräsentant Bayerns als Schirmherr gewonnen werden. Nicht nur die 13 Festdamen trugen zu diesem erfolgreichen Fest bei. Höhepunkt war der am Sonntag statt gefundene Festzug mit über 80 Vereinen und vier Blaskapellen. Paten- verein war - wie auch im Jahr 2001 - die Freiwillige Feuerwehr Gösselsdorf.

 

Im Jahre 1978 stand die FFW Rottendorf Pate beim 100jährigen Gründungsjubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Gösselsdorf, welche die Feierlichkeiten von 16. bis 19. Juni 1978 abhielt.

 

Als die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Rottendorf 1966 das damals neue Gerätehaus vollendet hatten, waren sie stolz auf ihre gelungenes Werk. 20 Jahre später war die Entwicklung im Feuerlöschwesen soweit fortgeschritten, dass das Bauwerk total überholt war und durch das Fehlen jeglicher Mannschafts- und Nebenräume in keinster Weise mehr neuzeitlichen Anforderungen genügte. Darum wurde besonders bei den Aktiven die Forderung nach einem neuen, modernen Ansprüchen genügenden Löschgerätehaus immer lauter. Erste Besprechungen mit der Gemeinde und den zuständigen Fachbehörden brachten positive Ergebnisse und von allen Stellen wurden die Wünsche und Vorstellungen der Rottendorfer Werhmänner anerkannt. Nach der Klärung der Finanzierung und der schwierigen Standortfrage wurde am 29. Mai 1987 der Grundstein für das neue Löschgerätehaus gelegt, dessen Kosten auf knapp 400 000 DM veranschlagt waren. Die Bauarbeiten, überwiegend von Helfern der Feuerwehr ausgeführt, gingen zügig voran, so dass trotz widriger Witterungs- und Bodenverhältnisse bereits am 07. August 1987 das Richtfest gefeiert werden konnte. Was Gemeinschaftsgeist und Zusammenhalt ermöglichen, wurde dann beim Weiterbau bis zur Fertigstellung des Bauwerkes sichtbar. Rund 6000 freiwillige Arbeitsstunden wurden von den Vereinsmitgliedern geleistet, um das Projekt zeitgerecht zu vollenden und die Gemeinde finanziell zu entlasten. Damit hatten sich die Mitglieder selbst ein großartiges Geschenk bereitet, denn das neue Haus enthält neben einer großen Fahrzeughalle alle notwendigen Räumlichkeiten mit fachgerechter Ausstattung für eine Ausbildungsstätte modernster Prägung, gleichzeitig aber auch die Einrichtung für ein Zentrum geselligen Vereins- und Dorflebens. Am 07.08.1988 wurde das Gerätehaus durch kirchlichen Segen eingeweiht.

 

Das neue Feuerwehrgerätehaus oberhalb der Volksschule, Am Schulberg in Rottendorf

 

 

Dass die "Feuerwehrler" nicht nur im Verein tätig sind, beweisen die zahlreichen Siege bei Sportveranstaltungen. Besonders stolz ist man auf die Jugendarbeit, die ihre regelmäßig ihre Früchte in Erfolgen trägt. Näheres erfahren Sie beim Vorstand (siehe auch hier). Aber auch bei der traditionellen Kirchweih im Juli werden regelmäßig Tänze um den Kirwabaum mit den Kirwamoidln und Kirwaburschn veranstaltet. Aber auch der Nachwuchs (Kirwakinder) führen schon Tänze auf. Diese Kirwa ist mittlerweile zur festen Tradition und Rottendorf geworden (aktueller Terminkalender). 

 

 

Rückblick auf das 125jährige Vereinsjubiläum 2001

 

Bereits Anfang Mai 2001 machte sich der Jubelverein auf den Weg nach Gösselsdorf zum Patenbitten. Für die Verantwortlichen war klar, dass man das gute Verhältnis der beiden Wehren weiterpflegen musste, stand doch die FFW Gösselsdorf bereits zum 100jährigen Gründungsjubiläum Pate. Angeführt wurde die FFW´ler von den Naabtaler Musikanten aus Wernberg, den 22 Festdamen, dem Schirmherrn sowie Bürgermeister Prifling mit Gemeinderat. Dort wurden sie bereits von den Gösselsdorfern erwartet. In würdevoller Weise wurde die Patenschaft besiegelt und es folgte ein gemütliches Zusammensein am Feuerwehrhaus in Gösselsdorf.

 

Am Freitag, 13. Juli war es dann soweit. Mit einer Rock- und Popnacht mit der Gruppe "Outback" wurden die Feierlichkeiten eröffnet. Zahlreiche Jugendliche und Junggebliebene fanden den Weg nach Rottendorf.

 

Schon zur Tradition geworden ist der Seniorennachmittag der Gemeinde Schmidgaden, der anlassbezogen dieses Mal im Festzelt in Rottendorf am Samstag, den 14. Juli 2001 stattfand. 

Abends um 18.30 Uhr wurde der Patenverein abgeholt und man zog gemeinsam zur Kirche und gedachte der Toten. Das Abendprogramm begann dann schließlich um 19.30 Uhr mit dem Bieranstich durch den Schirmherrn Erich Deichl und dem 1. Bürgermeister Johann Prifling. Anschließend wurde kräftig zur Musik des Buchbergechos geschunkelt und bis in die späte Nacht hinein gefeiert.


 

Den Höhepunkt der Feierlichkeiten erlebte man dann am Sonntag, 15. Juli 2002. Der Tag begann bereits um 06.00 Uhr morgens mit dem Weckruf der Blaskpelle Fensterbach. Um 07.15 Uhr hat man den Patenverein, anschließend den Schirmherrn, den Ehrenschirmherren sowie die Ehrengäste abgeholt. Anschließend erfolgte der feierliche Gottesdienst, zelebriert von Pfarrer Eckhard Birnstiel. Die Predigt hielt Pfarrer Herbert Großer, ein gebürtiger Rottendorfer. Der Feier der Hl. Messe folgte der Frühschoppen im Festzelt. Am Nachmittag fand der feierliche Festzug statt, bei dem sich überraschend viele Vereine beteiligt hatten. Sie alle zeigten sich in fröhlicher Stimmung und zogen durch die Straßen von Rottendorf. Zahlreiche Zuschauer säumten die Straßen, ganz Rottendorf war Freudentaumel. Am Abend spielte die Trischinger Blasmusik. 

 

Das Fest klang am Montag mit der Kapelle "Bayerwald-Rebellen" aus. 

 

Alle Verantwortlichen sowie die Bevölkerung zeigten sich mehr als zufrieden mit diesem Jubiläum, das nicht nur für die Aktiven der Feuerwehr Rottendorf ein unvergessliches Erlebnis wurde.

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Feuerwehrfahne