Kirchen in Trisching - Mariä Empfängnis und St. Nikolaus
 

St. Nikolaus-Kirche - Renovierung

 

Zu einer wichtigen Sitzung waren am Montag, 07.09.1998 die Mitglieder des Pfarrgemeinderates Schmidgaden/Trisching und Kirchenverwaltung Trisching eingeladen, galt es doch die Sanierung der St.-Nikolauskirche zu beschließen. Nach einer Ortsbesichtigung traf man sich im Gasthaus Pröls, wo beide Gremien der vorgesehenen Sanierung zustimmten (aus „Der Neue Tag“ vom 11.09.1998, ral).

  

Ein Grund, die Kirche zu erhalten, ist sicherlich die historische Vergangenheit. Die Kirchenausstattung sowie die Bauform wird wie folgt beschrieben:

 

Bei der St.-Nikolauskirche handelt sich um eine gotische Anlage. 1628 stürzte der Kirchturm ein, anschließend gab es eine Wiederherstellung. Der jetzige Turm weist einen Spitzhelm auf. Der eingezogene Chor im Ostturm einschließlich Kreuzgewölbe stammt aus dem 17.Jahrhundert. Der Hochaltar mit zwei Säulen vor Pilastern und Ornament in Laub- und Bandwerk stammt aus der Zeit um 1730. Das Altarblatt gilt als modern. Aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt die einfache Kanzel mit Rokoko-Muschelwerk.

 

 

Zu den Glocken: Die Umschrift ist in gotischen Majuskeln abgefasst und lautet:

 

„ † AVE MARIA GRACIA PLENA DOMINVS TECV † „

 

Außerdem ist zu lesen: „Gottes Lob Und Dienst Geher Ich Georg Schelfhorn zo Regenspurg gos mich 1584.“

 

Quelle: Matrikelamt, Staatsarchiv

 

Gemeinderat Erhard Obendorfer (verantwortlicher Bauleiter )erklärte, dass die Kirche in zwei Bau- abschnitten renoviert werden müsse. Zunächst wäre die Außenrenovierung notwendig, erst im zweiten Schritt soll die Innenrenovierung durchgeführt werden. Neben der Nutzung für die Bevölkerung – hier finden etwa 100 Personen Platz – will man das älteste Gebäude der Ortschaft Trisching erhalten.

Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat stimmten der auf 450000 DM veranschlagten Sanierungsmaßnahme zu. Zudem stellte man einen Zuschussantrag an die Gemeinde Schmidgaden und an die Landesstiftung für Denkmalpflege.

 

 

 

Durchführung

 

Die Außenrenovierung der Kirche in Trisching ist abgeschlossen.

Im August 1998 hat man mit Renovierungsarbeiten begonnen. Zunächst erfolgte die Trockenlegung der Grundmauern, indem im Außenbereich ein Entfeuchtungsgraben rund um das Bauwerk angelegt wurde.

 

Im Mai des darauf folgenden Jahres ging es dann richtig los.

Nach dem Aufstellen des erforderlichen Außengerüstes wurde das Dach komplett abgedeckt, die morschen Holzbalken des Dachstuhles und des Turmes erneuert. Für die Dacheindeckung verwendete man Biberschwanzdachziegel, der Kirchturm erhielt eine Original-Schiefereindeckung.

Nach Abschluss dieser Arbeiten konnte mit den Außenputzarbeiten begonnen werden. Zunächst musste der alte Putz abgeschlagen werden. Das freigelegte Mauerwerk erhielt einen zweilagigen Sanierputz. Die Eingangstür und die Fenster wurden von den ortsansässigen Schreinereien Kurz, Meier und Wienhold erneuert, ohne hierfür die angefallenen Arbeitsstunden zu verrechnen. Das Missionskreuz am Kirchturm wurde restauriert und mit einer Goldlegierung versehen. Ebenso wurde die vorher von Hand aufzuziehende Turmuhr überholt und ein elektrisches, per Funk gesteuertes Uhrwerk eingebaut. Zuletzt musste noch ein zweimaliger Außenanstrich aufgebracht und Gerüst abgebaut werden.

 

Die mit 462 000 DM veranschlagten Baukosten konnten erfreulicherweise auf tatsächliche Baukosten in Höhe von 398 000 DM reduziert werden. Finanziert werden diese durch die  Übernahme von 50% der Baukosten durch die Diözese, die Gemeinde Schmidgaden gab 46 000 DM, der Bezirk Oberpfalz 10 000 und die Bayerische Landesstiftung 50 000 DM.

 

Der besondere Dank gilt den Trischinger Bürgern selbst, die durch über 2000 freiwillig geleistete Arbeitsstunden sowie durch zahlreiche Spenden zum Erhalt "Ihrer" Nikolauskirche beigetragen bzw. die Sanierung dieses historischen Gebäudes erst ermöglicht haben.

 

Die noch erforderliche Innensanierung wird voraussichtlich im kommenden Jahr erfolgen. Die Kosten hierfür belaufen sich nach der vorliegenden Kostenschätzung auf ca. 237 000 DM. Ein Antrag auf Finanzierungsbeihilfe wurde bereits im Juni an die Bischöfliche Finanzkammer gestellt.

 

Erhard Obendorfer, Juli 2000


Die Innenrenovierung der St. Nikolauskirche geht zügig voran. Im September 2000 wurde an die Bischöfliche Finanzkammer für die Innenrenovierung BA III ein Antrag auf Gewährung eines Zuschusses gestellt. Im Juni 2001 kam von der Bischöflichen Finanzkammer die bau- fachliche Zustimmung für diesen Bauabschnitt. Die Baukosten hierfür betragen voraussichtlich etwa 225 000 DM.

 

Die Ausschreibung der Bauleistungen für die einzelnen Gewerke erfolgte im Frühjahr 2001. Die Aufträge wurden an die nachfolgend aufgeführten billigstbietenden Firmen vergeben:

 

- Schädlingsbekämpfung durch Begasung            Firma Binker, Lauf

- Innenputz, Gerüstbau                                              Firma Delling, Trisching/Stulln

- Natursteinarbeiten (Bodenbelag)                         Firma Clausner und Rauch, Amberg

- Schreinereiarbeiten                                                Firma Wienhold und Firma Kurz, Trisching

- Elektroarbeiten                                                        Firma Ries, Wolfring

- Restaurierung Decke, Empore

   Tünchung der Raumschale, Befundung               Firma Fromm, Parsberg

 

Der Altar wurde ausgelagert, die Bezuschussung der Restaurierung bzw. der Wiedereinbau ist bereits beantragt. Das Abschlagen des Innenputzes, der Ausbau des Bodenbelags und das Ausgraben des Bodens für die Kiesfilterschicht übernahmen viele freiwillige Helfer in Eigenregie. Der neue Fußbodenbelag besteht aus Solnhofener Kalksteinplatten. Die Verputzarbeiten wurden bereits im November abgeschlossen. In den nächsten Monaten wird die Raumschale mit holzgebranntem Marmorkalk getüncht, die Decke und die Empore werden restauriert.

 

Nach Zusage der Bischöflichen Finanzkammer wird ein Zuschuss von 45% gewährt. Von der Gemeinde ist ebenfalls eine Zuwendung von 10% der Baukosten zugesagt. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege beteiligt sich mit 10 000 DM, der Bezirk Oberpfalz mit 5000 DM. Ob und in welcher Höhe die Bayerische Landesstiftung einen Zuschuss gewährt ist noch offen, da der Stiftungsrat erst in diesem Monat zusammentritt.

Die Arbeiten werden voraussichtlich Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein.

Ein besonderer Dank gilt den Helfern für die geleisteten freiwilligen Arbeitsstunden, ohne die eine Realisierung der Renovierungsarbeiten nicht möglich geworden wäre.

 

Erhard Obendorfer, November 2001

 

Mariä Unbefleckte Empfängnis Trisching

Die Kirche wurde unter der Regie des damaligen Pfarrers Willkofer erbaut. Kirchenpatrozinium am 08.12.