Kirche in Gösselsdorf - St. Martin
Bemerkenswert sind noch die Holzstatuetten der 14 Nothelfer auf dem Seitenaltar in Weiß und Goldfassung aus dem späten 18. Jahrhundert. Im Vorraum steht ein wuchtiger ehemaliger Taufstein aus Granit (Durchmesser 0,78 m) mit leicht eiförmigen Becken, der jetzt als Weihwasserbecken dient. Auf dem wuchtigen Turm an der Ostseite des Kirchenschiffes hängen vier Glocken. Die größte und zugleich älteste von ihnen enthält ein Spitzbogen- und Zinn- enfries mit folgender Umschrift in gotischen Minuskeln: anno * domini * m * cccc* xxxx (= 1440) * magister * conradus * gnoszhame * me * fvcit * a Die kleine alte Glocke stammt aus dem Jahre 1747 und ist der Mutter Gottes geweiht. Zwischen 1954 und 1973 wurde das Gotteshaus unter großen Opfern der Bevölkerung und tatkräftiger Mithilfe der Jagdpächter renoviert. Hier die wichtigsten Neuerungen im Telegrammstil: 1954 wurde das Kirchendach und der Außenputz erneuert; 1955 wurde das Leichenhaus erbaut; 1956 wurden der Marienaltar, der Kreuzweg und die 14 Nothelfer renoviert. 1957 erhielt die Kirche einen neuen Fußboden, neue Kirchenstühle und eine neue Kirchentür. 1958 wurde das Geläute vervollständigt und zwei weitere Glocken aufgezogen. Davon ist die größere dem Kirchenpatron St. Martin und die kleiner Maria mit dem Jesuskind geweiht. 1959 wurden der Hochaltar, die Kommunionbank und die Kanzel renoviert. 1966 wurde eine neue Turmuhr gekauft und der Turm eingedeckt. Da die Glocken noch mit der Hand geläutet werden mussten, wurde 1969 ein elektrisches Läutwerk ein- gebaut. 1972 wurde ein neuer Beichtstuhl angekauft und 1973 als bisher letzte größere Maßnahme die Martin-Statue renoviert. Eine große Summe Geldes wurde in dieser verhältnismäßig kurzen Zeit auf Initiative und unter der Leitung des ab 1931 tätigen Kirchenpflegers Andreas Kräuter im Gotteshaus investiert. Eine ungeheuere Leistung, wenn man sie zur Größe der Einwohnerschaft in Beziehung setzt, die aber noch um so beachtenswerter ist, wenn man bedenkt, dass die Gösselsdorfer ja auch für die Renovierung der Pfarrkirche in Rottendorf mit der gleichen Opferbereitschaft mitgeholfen haben. Wie bei der Innenrenovierung im Jahr 1984 festgestellt wurde, ist kein Mauerabschnitt von 4 Meter Länge feststellbar, bei dem nicht eine Tür zugemauert, ein Teil wieder an- oder aufgebaut oder umgeändert wurde. Lediglich der Teil im Bereich der Empore beim Eingang ist als geschlossener Bauteil noch erhalten geblieben. Er ist mit seinen, an den drei Seiten befindlichen romanischen Rundfenstern, die durch das Abschlagen des Putzes zum Vorschein kamen, als ältester Teil der Kirche anzusehen, der möglicherweise schon zu Zeiten des ehemaligen Schlosses als Kirche oder Kapelle Verwendung fand. |