Zweckverband Brudersdorfer Gruppe vergibt Sanierungsauftrag

Der Zweckverband Brudersdorfer Gruppe hat in der entscheidenden Zweckverbandssitzung am Dienstag, 13.03.2018, den Auftrag für die bereits 2013 beschlossene Sanierung des Leitungsnetzes (BA I) vergeben. Für alle überraschend, versuchten zwei Verbandsräte die Vergabe des Sanierungsauftrages an die Fa. Pfaffinger zu verhindern. Beide Verbandsräte hatten in der Vergangenheit mehrfach eine schnelle Ausschreibung und Vergabe des Auftrags gefordert, obwohl der Kläger zu diesem Zeitpunkt bereits gegen die Sanierungsplanung Klage erhoben hatte.

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Das Bild zeigt (von links) Polier, Abteilungsleiter und Bauleiter der Fa. Pfaffinger, H. Werner (ZV), Bürgermeister Deichl, H. Winter und H. Schatz (jeweils Planungsbüro Seuss) bei der Baustelleneinweisung in Rottendorf.

Als Begründung führten die beiden Verbandsräte an, dass die Ausschreibung zu spät erfolgt sei. Nach ihrer Meinung sei in einigen Monaten wieder mit günstigeren Baupreisen zu rechnen. Der Niederlassungsleiter des Planungsbüros Seuss, H. Winter, wies diese Ansicht als „Spekulation“ zurück, es kann auf absehbare Zeit nicht mit sinkenden Baupreisen gerechnet werden. Die Baufirmen sind bereits für das gesamte Jahr 2018 mit Aufträgen eingedeckt. Der Ausschreibungszeitpunkt 01.2018 gilt gemeinhin als ideal und liegt nur 5 Wochen nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts Regensburg. Der damalige Kläger konnte die Richter vor der großen Kammer des Verwaltungsgerichts Regensburg, am 13.12.2017, mit keinem einzigen Punkt überzeugen.
Das Planungsbüro Seuss, wies außerdem darauf hin, dass bei einer Nichtvergabe der übergangenen Firma Schadensersatzansprüche zustehen. Zusätzlich fallen weitere Planungskosten für die Neuausschreibung an und voraussichtlich entstehen weitere Mehrkosten für noch höhere Gebote bei einer späteren Ausschreibung.

Verbandsvorsitzender Schärtl appellierte an die Verantwortung der Verbandsräte. Bei einer Nichtvergabe des Auftrags wäre auch die in Aussicht gestellte Bezuschussung in Gefahr, weil die Sanierung bei einer Neuausschreibung nicht mehr rechtzeitig fertiggestellt werden könnte (Fristende 31.12.2019). Die Mehrheit der Verbandsräte brachte ihre Überzeugung zum Ausdruck, dass weitere Verzögerungen bei der Sanierung nur zu noch höheren Kosten für den Bürger führen würden und schloss sich der Argumentation von H. Winter an.

Der Auftrag wurde schließlich mit  6 : 2 Stimmen an die Fa. Pfaffinger vergeben.