Kapellen

aus dem Bereich der Pfarrgemeinde Schmidgaden-Trisching

Kapelle Hartenricht

Ein Bildstock mit der heiligen Dreifaltigkeit stand bis in die sechziger Jahre an der Stelle, wo die jetzige Kapelle steht. Den Grund, warum dieser Bildstock errichtet wurde, konnte nicht mehr ermittelt werden. Die Kapelle in den jetzigen Ausmaßen wurde 1957 von den Hartenrichter Bewohnern in Auftrag gegeben. Die Innenbemalung des Gewölbes ist immer noch das Original, welches Theo Rathgeber 1957 gestaltete. Das Eisenkreuz, das jetzt am Giebel der Kapelle angebracht wurde, stand früher am First und wurde 1957 von Richard Niedermeier geschmiedet.
Während der Flurbereinigung in den 90iger Jahren wurden die  Linden links und rechts der Kapelle gepflanzt sowie der Platz herum angelegt. Im Jahr 2002 renovierte der Gartenbauverein Schmidgaden die Kapelle. Sie bekam ein neues Dach, wurde neu verputzt und bekam einen passenden Anstrich.
Seit langer Zeit schon ist die Kapelle Ziel der Schmidgadener Bittgänger, die einmal im Jahr zu dieser schön gelegenen Kapelle kommen und unter freiem Himmel Gottesdienst feiern
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 Kapelle Freiung

Die Reichhart-Kapelle, die alljährlich am 01. Mai Ziel eines Bittganges der Pfarrei ist, konnte im Jahr 2004
ihren 50. Geburtstag feiern. Der Bau der Kapelle geht auf das Jahr 1954 zurück. Anlass war ein Gelübde des Großvaters des heutigen Besitzers Josef Reichhart. Dieser hatte bereits von seinem Vater Wilhelm Reichhart gehört, dass er sich mit dem Gedanken trug, eine Kapelle zu bauen.
Georg Reichhart hatte schon während des Ersten Weltkrieges den Gedanken, eine Kapelle zu bauen; dieser reifte nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Entschluss: Wenn alle seine Kinder den Krieg überleben würden, wolle er die Kapelle bauen.

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Doch leider war es ihm nicht mehr vergönnt, sein Gelübde auszuführen und so übertrug er es seinem Sohn Wilhelm und dessen Frau Mathilde. Georg Reichhart verstarb im Jahr 1952. Wilhelm und Mathilde wollten das Gelöbnis nun so bald als möglich einlösen und begannen noch im selben Jahr mit den Planungen. Allerdings verhinderte die Materialknappheit nach dem Krieg eine rasche Umsetzung. 1954 war dann feierliche Einweihung.
Die Kapelle ist der Schutzpatronin Bayerns (Maria) geweiht und alljährliches Ziel von vielen Vereinen, die dort Andacht abhalten.
Auch an der Kapelle hat der Zahn der Zeit genagt. Deshalb beschloss der Nachfolger des Erbauers, Josef Reichhart, und dessen Ehefrau Ingrid, die Kapelle von Grund auf zu renovieren. So wurde ein neuer Dachstuhl mit Glockenturm erbaut, die Außenfassade neu getüncht und der Vorplatz neu angelegt. Am 01. Mai 2005 wurde die renovierte Kapelle im Rahmen der Feier der Hl. Messe neu gesegnet. Pfarrer Scherm vergaß nicht, den Eheleuten zu danken.

aus dem Bereich der Pfarrgemeinde Rottendorf

Kapelle Wolfsbach

Mit einem Festgottesdienst und einem Dorffest feierte die Dorfgemeinschaft Wolfsbach im September 1994 den Abschluss der Renovierungsarbeiten an der Dorfkapelle nach dem
Brand im Juli 1992 und die Neusegnung durch Pfarrer Hirblinger.
 

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Kapelle Littenhof

Pfarrer Graßer weihte am 13.05.1979 im Auftrag von Bischof Rudolf Graber die von der Familie Pösl erbaute Kapelle. Das schöne Bauwerk ist der Muttergottes geweiht. Eine große Statue der hl. Maria mit dem Jesusknaben auf dem Arm bildet den Mittelpunkt des Innenraums. Die Malereien zeigen den Pfarrort Rottendorf und seine ländliche Umgebung und stammen von Oberlehrer Karl Denk aus Schwarzenfeld. Die Glocke wurde in Passau gegossen und ist den hl. Schutzengeln geweiht.
 

Patronat: z.Hl. Muttergottes, Patronatsfest = 13. Mai (= Tag der Einweihung), erbaut 1978, Maße: L 7m, B 4,50 m, Turmhöhe 8m, 27 Sitzplätze, 1 Altar

Glocke: Hl. Schutzengel, 64 kg, Bronze, Ton a, Gießer Rud. Perner, Passau, Gussjahr 1978

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Kapelle am Kalvarienberg Rottendorf

 

Auf dem Kalvarienberg am Ostabhang des Grafenbergs bei Rottendorf steht eine Kapelle, die der Familie Pröls gehört.
Vor etwa 100 Jahren, wohl im Jahre 1903, erkrankte die 57-jährige Bäuerin Anna Pröls aus Rottendorf schwer. Sie litt an Fieber und schlimmen Bauchschmerzen, die sich nicht bessern wollten, so dass sich schließlich ihr Ehemann Matthias Pröls mit der Kutsche in das knapp 20 Kilometer entfernte Amberg begab, um dort einen Arzt zu holen, während Anna Pröls ein Gelübde für den Fall ihrer Wiedergenesung ablegte.
In Rottendorf im Hause der Kranken angekommen diagnostizierte der Arzt eine fortgeschrittene Blinddarmentzündung und machte sich deshalb sofort an die dringend notwendige Operation, die im Hause Pröls auf dem Küchentisch durchgeführt wurde. Es heißt, die Gedärme seien auf dem Tisch gelegen und beim Zunähen der Wunde sei die Nadel abgebrochen.
Diese unter einfachsten Umständen durchgeführte Operation glückte und die Bäuerin erholte sich und wurde wieder gesund. Nun ging sie daran, ihr gegebenes Versprechen zu erfüllen. Sie trat an den damals in Rottendorf wirkenden Pfarrer Franz Xaver Moser mit der Bitte heran, zum Dank für die Heilung eine Kapelle errichten zu dürfen und zwar zu Ehren der Mutter Gottes und Christus im Grabe. Pfarrer Moser leitete am 19. September 1903 ihr Ansuchen an den Bischof der Diözese Regensburg weiter. Die Erlaubnis des Bischöflichen Ordinariats zum Bau der Kapelle erfolgte postwendend am 22. September 1903.
Wie daraufhin genau weiter ging, ist nicht ganz eindeutig, da weder im Bischöflichen Zentralarchiv noch in den Rottendorfer Pfarrbüchern weitere Eintragungen vorliegen.
Ein paar Jahre, nachdem die Kapelle erbaut worden war, wurde sie von Wilhelm Lehner aus Amberg, dessen Eltern zuerst in Rottendorf ansässig gewesen waren und dessen Mutter mit Anna Pröls verwandt war, ausgemalt. Die Originalbemalung ist jedoch nicht mehr vorhanden, ebenso wenig die beiden Originalfiguren der Muttergottes und des Christus im Grab, die beide vor etwa 30 Jahren gestohlen wurden. Leider ist auch der alte Kreuzweg verloren. 1968 wurde ein neuer Kreuzweg errichtet, wobei die alten Steine spurlos verschwanden. 1975 wurde der alte, stellenweise sehr breite Hohlweg zugeschüttet, in seinem Verlauf verändert und geteert.
Bei dem Arzt, der Anna Pröls unter einfachsten Verhältnissen so erfolgreich operiert hat, handelte es sich um den späterhin in Amberg und weitem Umland so bekannten Arzt Dr. Julius Dörfler, dem wegen seiner hervorragenden Dienste 1925 der Titel Sanitätsrat zuerkannt wurde und der 1952, kurz vor seinem Tod, zum Ehrenbürger der Stadt Amberg ernannt wurde. Nach ihm ist auch eine Straße in Amberg benannt.

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Kapelle im Magdalenental

Diese Kapelle ist an den Fels im Berg gebaut und dieses Felsgestein, in dem sich ein kleiner Spalt befindet, bildet die Rückwand des Heiligtums. Das Gebäude ist maximal 3,20 m hoch und 2,82 m breit, seine Länge lässt sich wegen der felsigen Rückwand nicht genau angeben, maximal beträgt sie 2,75 m.
Innen verläuft an beiden Längsseiten und hinten vor dem Felsgestein eine Art schmaler Altarsockel, worauf – mehr in der rechten hinteren Ecke – eine farbig gefasste Holzfigur ihren Platz findet. Sie stellt die Kapellenheilige, die hl. Magdalena dar, die im Gegensatz zur sonst üblichen Darstellungsweise hier schwarze Haare hat.

Wohl nicht ohne Grund ist Magdalena die Schutzheilige für diese Andachtsstätte an der Quelle bzw. am Bach gewählt worden. Im Volksglauben bzw. Aberglauben hat diese Heilige mit Wasser zu tun. Erinnert sei an den Spruch: „Magdalena weint gern“ in Bezug auf das Wetter an ihrem Gedächtnistag, den 22. Juli. Im Lexikon des Aberglaubens findet sich eine Anzahl von Beispielen, wo Magdalena in Aberglauben, Gebräuchen oder Sagen mit Wasser oder Gewässern zu tun hat.
Genau in diesem Zusammenhang sind zwei Sagen zur hiesigen Magdalenenkapelle interessant:
Der Schwärzerbach führte einst Hochwasser und riss von einer Mühle, die sich noch oberhalb der Grimmerthalmühle befand, die Mutter mit ihrer kleinen Tochter mit. Beide ertranken und wurden bei der Magdalenentalkapelle angeschwemmt.
Die andere Sage besagt, dass ein Mädchen dort bei der Magdalenenkapelle ihr uneheliches Kind ermordet oder abgelegt habe.
Der alte Schuster von Rottendorf erzählte gern folgende Episode, die ihm selbst unweit der Magdalenenkapelle auf dem Totenweg widerfahren war:
Er war als Soldat in der Kaserne in Amberg stationiert (vor oder während des Ersten Weltkriegs). Eines Tages war er bei seinen Angehörigen zu Hause gewesen und musste sich beeilen, noch rechtzeitig zu Fuß nach Amberg zurück in die Kaserne zu kommen. Es war schon dunkel, außerdem ging ein starkes Gewitter mit Regen nieder, während er tüchtig voranschritt. Jenseits des Magdalenentals sah er eine Strecke vor sich im Licht der Blitze einen fremdartigen größeren Gegenstand auf dem Weg. Da ihm dieser nicht geheuer war, mäßigte er seine Schritte und wäre am liebsten umgekehrt. Wie erschauerte er aber, als er, nahe gekommen, erkannte, dass es sich um eine Totentruhe handelte! Aber ein noch größerer Schreck fuhr im in die Glieder und er war wie gelähmt vor Entsetzen, als sich vor seinen Augen der Sargdeckel öffnete und das ausgerechnet auf dem Totenweg. Da erschallte aus dem Sarg eine Stimme, die ganz gotteslästerlich fluchte. Ganz erleichtert erkannte der junge Soldat in dem Flucher den ortsansässigen Schreiner aus Rottendorf, der den Sarg auf den Handwagen nach Etsdorf befördern wollte und sich, vom Gewitterregen überrascht, zum Schutz vor dem Durchnässtwerden in den Sarg gelegt hatte. In dem Moment, als sich der junge Soldat genähert hatte, wollte der Schreiner eben nachsehen, ob der Regen endlich aufgehört hätte. Da dies aber nicht der Fall war, der – für den Soldaten erlösende – Fluch!
Heutzutage wird die Magdalenenkapelle, die idyllisch im naturschönen Magdalenental liegt, gern von vorübergehenden Wanderern und Spaziergängern aufgesucht, um dort zu schauen oder einen Augenblick für eine kurze Rast oder Andacht zu verweilen.

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 aus dem Bereich der Pfarrgemeinde Nabburg-Brudersdorf

Kapelle Legendorf

Wann die erste Kapelle in Legendorf erbaut wurde ist ungewiss. Jedenfalls muss sie nach Erzählungen älterer Bürger über 100 Jahre alt gewesen sein, als sie 1968 dem Straßenbau weichen musste und abgerissen wurde. Die darin befindliche Muttergottesstatue wurde verkauft.
1970 erbaute die damalige Gemeinde Gösselsdorf in unmittelbarer Nähe eine neue Kapelle. Diese wurde nun von den Legendorfer Ortsbewohnern überwiegend in Eigenleistung renoviert und um einen kleinen Glockenturm erhöht. Die neue Glocke war bis dahin in Privatbesitz einer Legendorfer Familie.
Die Neusegnung erfolgte am 17.06.2000 durch Stadtpfarrer Strigl aus Nabburg.

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